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In Fear I Trust Episode 1-4 im Test

Leser Wertung: 6.8

Mit In Fear I Trust will uns Black Wing Foundation das Fürchten lehren. Ob ihnen das gelingt lest ihr in unserem Test.

Black Wing Foundation hat das Adventure In Fear I Trust in Episoden unterteilt, die ersten vier jedoch gleichzeitig veröffentlicht. Der Test behandelt daher Episode 1-4. Weitere Episoden sind geplant.

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Story

In Fear I Trust entführt uns in die Sowjetunion der 1980er Jahre. Die erste Episode beginnt mit einem Bewerbungsgespräch. Nikolay, unser Charakter, hat sich freiwillig für ein Forschungsprojekt gemeldet. Es ist nicht ganz klar, was nun passieren wird, aber es scheint mit einigen Risiken verbunden zu sein.

Wir starten in das Spiel, indem wir alleine in der verlassenen Forschungsstation aufwachen und uns nicht mehr sicher sind, was passiert ist. Wir irren durch die Zellen, Gänge und Labore mit dem Ziel hinaus zu kommen. Dabei rekonstruieren wir was geschehen ist.

Die Erinnerungen bestehen aus drei Arten von kleinen Fetzen. Wir finden Dokumente, die wir ansehen und lesen können. Manche davon brauchen wir für Rätsel aber die meisten sind dafür da, uns zu erzählen, was vorgefallen ist. Jedes gefundene Objekt wandert in unser Tagebuch. Nachdem wir sie uns angesehen haben, erscheint dazu ein kleiner Kommentar von Nikolay. Die anderen beiden Arten von Erinnerungen sind Soundfetzen, die wir an bestimmten Orten finden und anhören können, so wie Geisterhafte Szenen, die sich gescriptet vor unseren Augen abspielen. Das Spiel erzählt uns die Vorgeschichte also nur Lückenhaft, wir müssen sie selber zusammenfügen und selbst dann bleibt das Bild unscharf.

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In Episode zwei tauchen wir tiefer in Nikolays Erinnerungen ein. Wir durchlaufen eine leere Schule und durchleben seine Schultage. Vom Mobbing über ein ganz besonderes Mädchen bis hin zum gruseligen Schulkeller. Nickolays Erinnerungen sind lückenhaft und eine der Darstellungen davon fällt hier zum ersten Mal ins Gewicht. Menschen, an die er sich gut erinnert, haben Gesichter, alle anderen tragen weiße Masken und haben schwarze Augen. Das fällt besonders bei Gruppen, wie der Schulklasse auf, wo nur manche Charaktere ein Gesicht haben.

Die dritte Episode führt uns in eine Fabrik, wo Nikolay gearbeitet hat. Er war überqualifiziert brauchte den Job jedoch und fing hier gegen das Abraten seines Chefs an. Es wird nicht ganz klar, warum ihm alle anderen Wege versperrt erschienen. Wir erkunden hier nicht nur das Mysterium seiner Vergangenheit sondern, auch der Geschichte dieses Ortes. In der Fabrik kommt es alle vier Jahre zu einem Todesfall, wieso?

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In der vierten Episode betreten wir ein Theater. Nikolay hatte hier ein Date, aber auch dieser Ort hat eine dunkle Geschichte. Nicht nur, dass in kurzer Zeit mehrere Schauspielerinnen den Freitod wählten, das ganze Theater ist niedergebrannt. Wer hat das Feuer gelegt?

Die Episoden funktionieren alle eigenständig. Die einzelnen Geschichten sind Episoden aus Nikolays Leben, ihre Reihenfolge wirkt jedoch willkürlich und man braucht das Vorwissen der einzelnen Episoden nicht. Nur die erste sollte man zuerst spielen, vor allem, da sie das Tutorial enthält.

Sound, Grafik und Stimmung

Eine Hintergrundmusik, die uns ablenken könnte gibt es meistens nicht. Wir bewegen uns durch eine Soundkulisse von gruseligen Geräuschen: Knarzen, mechanisches Brummen, Schritte und ähnliches. Anfangs bin ich noch bei jedem Geräusch zusammengezuckt und habe mich umgesehen. Recht bald habe ich aber begriffen, dass sie nur Hintergrunduntermalung sind und ein Knarzen nicht bedeutet, dass sich jemand nähert.

Das Spiel ist voll Vertont, allerdings nur auf Englisch, für wen das eine Hilfe ist: Text und Untertitel sind auch auf Russisch und Französisch verfügbar.

Die verschiedenen Settings sind mit viel Liebe zum Detail entstanden. Wir bewegen uns frei in einer dreidimensionalen Umgebung. Dabei schauen wir in Ego Perspektive durch Nikolays Augen auf die Welt. Alle Kulissen wirken einerseits so, als wären sie erst vor kurzen verlassen worden, Dinge liegen herum, als sollten sie bald wieder aufgehoben und benutzt werden. Andererseits ist auch alles etwas verwahrlost. Es scheint sich schon länger niemand um die Einrichtungen gekümmert zu haben. Diese Kombination verleiht das Gefühl, als seien die Schauplätze schon länger leer damals allerdings überstürzt verlassen worden.

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Die Musik und die verfallene Location verströmen dabei eine angenehm schaurige Atmosphäre. Das Spiel verzichtet auf Jump Scares oder ähnliches, wir sind vollkommen allein. Schock Momente stellen sich dennoch ein, wenn wir Geistern der Vergangenheit begegnen oder unerwartet in eine Erinnerung eintauchen. Ich habe die vier Episoden für den Test in einem Rutsch durchgespielt. Für das beste Erlebnis würde ich jedoch davon abraten, das genauso zu tun. Nach etwa einer Stunde gewöhnt man sich an die durchscheinenden Erscheinungen, die immer wieder kehrenden Flashbacks und verliert die Anspannung, da man sich nicht bedroht fühlt. Am Anfang hat das Setting für mich jedoch sehr gut funktioniert.

Steuerung und Gameplay

Wir steuern mittels der WASD Tasten durch die Welt und interagieren per Mausklick mit Gegenständen. Ich musste mich erst daran gewöhnen, dass es nicht ausreicht einen Schlüssel in das Schlüsselloch zu ziehen, ich musste ihn auch noch mit kreisenden Mausbewegungen drehen. Ich habe die PC Version getestet, daher kann ich über die Bedienung am Smartphone nichts sagen.

Wie man es bei einem Adventure Erwartet, hat das spiel auch kompliziertere Rätsel – als finde den Schlüssel – parat. Wir müssen Zahlen- und Zeichenkombinationen finden, Gegenstände miteinander kombinieren und Ähnliches. Dabei hilft uns unser wichtigstes Werkzeug, die Retrospektive.

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Die Retrospektive ist ein angestrengtes Erinnern, das wir mittels der R Taste einschalten. Dabei verändert sich die Welt um uns herum. Wir sehen Dinge, an die wir uns erinnern. An den Wänden erscheinen Zeichen und gruselige Inschriften. Auch die Tonfetzen finden wir so. Wir können allerdings nicht dauerhaft in der Retrospektive bleiben, wenn wir zu lange nicht zur normalen Ansicht zurück schalten, fällt Nikolay in Ohnmacht. Die Retrospektive ist aber nicht nur wichtig um geheime Inschriften zu sehen und die volle Ladung an Erinnerungen zu finden, es ist auch die Hilfe Funktion. Alle Gegenstände, mit denen wir Interagieren können, werden in der Retrospektive hervorgehoben. Leider lassen sich diese beiden Funktionen nicht voneinander trennen. Wir brauchen die Retrospektive, da uns sonst viel von der Story entgeht und viele Rätsel vollkommen unlösbar werden. Nachdem wir sie benutzt haben, wissen wir aber auch, wo in dem Raum wichtige Gegenstände sind, weswegen wir ihn nur noch absammeln. Das senkt den Schwierigkeitsgrad und den Entdeckerdrang signifikant.

Zusammenfassung
Das Setting ist schön gruselig und der Verzicht auf Jump Scares gefällt mir sehr. Durch die Hilfe der Retrospektive und das Fehlen einer realen Bedrohung ist die Anspannung aber leider schnell einem abarbeiten von Aufgaben gewichen.
6.8
In Ordnung

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Kommentare

Mott

Kommentar von:

Redakteur Indie und Horror

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